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Jubiläum „100 Jahre Sonderverein“

Tauben

Der Sonderverein der Züchter Fränkischer Trommeltauben (SV) feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Gründungsjubiläum. Am 13. Januar 1924 wurde der Verein in Michelau/Oberfranken unter den Namen ,,Club der Fränkischen Trommeltauben-Züchter’’ gegründet. Ziel des Clubs war es eine Musterbeschreibung für eine doppelkuppige und glattfüßige Trommeltaube zu erarbeiten und die Anerkennung als Rasse voranzubringen. Es ist vielleicht einmalig, dass zunächst ein Sonderverein gegründet wurde und dann erst die Anerkennung der zu betreuenden Rasse betrieben wurde.

 

Die Züchter zeigten die ersten 18 Fränkischen Trommeltauben (FTT) im Jahr 1927 auf der Lipsia in Leipzig. Die Tauben wurden vom damaligen Präsidenten des BDRG Emil Schachtzabel persönlich bewertet. Im darauf folgenden Jahr wird die FTT vom Zuchtausschuss  ,,Glattfüßige doppelkuppige Trommeltaube’’ getauft. Die Anerkennung erfolgte aber erst im Jahr 1931, hierbei wurde ihr Name in fränkische Trommeltaube umgewandelt.

 

Herkunft

Ihren Ursprung hat die Rasse in Oberfranken, im ehemaligen Großherzogtum Coburg und in Süd-thüringen. Besonderen Gefallen fand sie bei vielen Züchtern im oberfränkischen Korbmacherzentrum Michelau. Die Korbmacher wollten während ihrer Arbeit ihre Tauben nicht nur beobachten, sondern auch trommeln hören.


Heute ist sie in der ganzen Bundesrepublik beheimatet. Schon Anfang der 1880er Jahre bevölkerte eine ausgesprochene Haustaube, glattbeinig mit Haube und Nelke die Gegend. Auf Ausstellungen war sie selten zu finden. Aber auf Trommelwettbewerben glänzte sie mit ihren Fähigkeiten. Solche Wettbewerbe wurden zu dieser Zeit im Raum Michelau durchgeführt. Dazu wurden die Täuber in einem Raum in Käfigen unter-gebracht. Am nächsten Tag in der Frühe, wenn es noch dunkel war, wurden ein paar Kerzen im Raum angezündet. Der dadurch vorgetäuschte Sonnenaufgang regte die Tauben zum Trommeln an. Das Preisgericht bewertete dabei die Länge des Trommelns, den Ton sowie den abschließenden Trommelwirbel. Diese Eigenschaft schätzen ihre Züchter noch heute. Vielleicht ist dies mit ein Grund, weshalb Trommeltaubenzüchter meist ein Leben lang mit diesen Tauben verbunden sind.

Wald mit Tauben

Wesen und Rassemerkmale

Betrachtet man das Musterbild im Standard, so fällt auf, dass die FTT eine Taubenrasse mit einem besonderen Erscheinungsbild ist. Trotz einer recht stattlichen Größe gehört die FTT zu den eleganten Rassetauben. Dazu trägt vor allem der attraktive Kopfputz bei, der wohl in der Rassegeflügelzucht einzigartig ist und die besondere Harmonie der Taube unterstreicht. Ihr freundliches und triebiges Wessen rundet den positiven Gesamteindruck ab. Auch ist sicherlich ihre Zuchtfreudigkeit ein wichtiges Kriterium für die Beliebtheit der Rasse. Unsere FTT soll eine Nutztaubenrasse sein und bleiben, so erklärt sich auch, dass sie auf fast allen Ausstellungen im Bereich des BDRG anzutreffen ist.

 

Eine weitere Besonderheit der FTT ist die Tatsache, dass die Tauben wahre Taubenmusikanten sind. Jeder Züchter von FTT kann dies bestätigen. Die Laute klingen bereits früh morgens aus dem Taubenschlag und hören sich wie fern geschlagene Trommeln an, die nie verstummen. Dieses besondere und charakteristische Merkmal, sollte bei allen Rassemerkmalen, von den Züchtern nicht außer Acht gelassen werden. 

 

Bei der Beurteilung unserer Tauben müssen wir uns vor Augen halten, dass die Musterbeschreibung das Idealtier darstellt und beschreibt. Dieses Idealtier zu erreichen, ist des Züchters streben und bedarf ein hohes Maß an Geduld und züchterischem Können. Daher ist es ratsam, sich wie bei allen anderen Taubenrassen auch, an der Bewertungsreihenfolge des Standards zu orientieren, welche wie folgt lautet: 

 

Gesamteindruck - Form, Stand und Haltung - Haube und Nelke – Farbe und Zeichnung.

 

Bei der Beurteilung sind der Gesamteindruck und besonders die Harmonie der einzelnen Körperteile und Rassemerkmale vorrangig zu Bewerten. Den ersten Eindruck bei der Begutachtung im Käfig erhält man von Form, Stand und Haltung, welche wichtige Kriterien bei einer FTT sind. Die Qualität des attraktiven Kopfputzes prüft man dagegen in der Handbewertung. Die beste Zeichnung und Farbe kann schlechte Rasseattribute nicht ausgleichen und daher messen wir kleinen farblichen Wünschen weit weniger Bedeutung bei, als Defizite in der Form und Ausprägung der Kopfpunkte.

 

Die Fränkische Trommeltaube gehört, wie im Namen fest verankert, zur Rassegruppe der Trommeltauben. Ihre Beurteilung, mit den Hauptrassemerkmalen Haube und Nelke, verlangt von den Preisrichtern der Gruppe I, einen geschulten Blick. Die Perfektion ist das ausgegebene Ziel des Standards, aber das Erreichbare wird durch den Zuchtstand dokumentiert. Diesen Zuchtstand, meist bei allen Farbeschlägen, kann man auf unseren alljährlich stattfindenden HSS betrachten.

 

Jedoch bietet der Standard auch einen gewissen Spielraum der von den Züchtern oder den SV unterschiedlich umgesetzt werden kann. Wenn man die Entwicklung der FTT in den letzten Jahrzehnten beobachtet, stellt man aber schnell fest, dass eine harmonisch abgestimmte Taube das Zuchtziel aller war und ist. Die FTT besteht nicht nur aus den Kopfpunkten, die aber sehr wichtig sind und zum attraktiven Erscheinungsbild beitragen. Sind sie doch in der Rassetaubenzucht ein Alleinstellungsmerkmal. Ein SV hat die Aufgabe geeignete Sonderrichter (SR) auszuwählen und zu schulen. Aber auch zuchtlenkende Informationsblätter zu erstellen und seine Mitglieder damit zu sensibilisieren um eine Übertypisierung einiger Rassemerkmale entgegenzusteuern. Dies wollen wir mit diesem Bericht versuchen.

 

Die nachfolgenden Ausführungen und Anmerkungen des SV sollen Hinweise und Hilfestellung für die Zucht und die Bewertung der FTT geben.

 

Der Standard gibt die Richtung der Bewertung vor. Diesen Satz schrieb und predigte unser Ehrenvorsitzende und SR Hermann Weniger bei jeder sich bittenden Gelegenheit. Unsere Züchter und SR versuchten seit jeher die Vorgaben des Standards umzusetzen und in ihren Bewertungsaufträgen mit einfließen zu lassen. Den ersten Eindruck von Form, Stand und Haltung erhält man bei der Begutachtung im Käfig. Es sind sehr gewichtige Rassemerkmale bei unseren FTT.

 

Taube

Hauptrassemerkmal ist der Kopf mit dem Kopfputz: Haube und Nelke

Ein rassetypischer Kopf mit vorbildlichen Hauptrassemerkmalen muss zwei Grundvoraussetzungen erfüllen. Erstens er sitzt auf einen verhältnismäßig dicken, kurzen Hals (nicht aber zu kurz) und zweitens weist er eine breite flache Stirnpartie auf. Für den erwünschten wuchtigen Kopfputz (Haube und Nelke) braucht das Tier einen entsprechend breiten Schädel (siehe Maßpfeile). Aber bei aller Wucht und dem geforderten Federreichtum muss die Sichtfreiheit gewährleistet sein. Eine Übertypisierung in manchen Bereichen der Kopfpunkte darf nicht Einzug halten. Bei manchen Farbenschlägen sind hier die Grenzen bald erreicht. Die Züchter haben aber schon lange die Zeichen erkannt und steuern mit gezielten Selektionsmaßnahmen dagegen an. Die Kopfpunkte sollten symmetrisch aufgebaut sein (siehe rote Linie), d.h. was auf der einen Seite gezeigt wird sollte im gleichen Maße auf der anderen auch vorhanden sein.

 

So mancher Züchter legt seinen züchterischen Fokus auf die Kopfpunkte und dies nicht ganz zu unrecht. Gerade der Fränkische Trommeltaubenkopf war, mit seiner Haube und Nelke, in früheren Jahrzehnten Anlass zu umfangreichen und ausführlichen Beschreibungen und Dokumentationen. Noch heute spielen daher die Kopfpunkte eine entscheidende Rolle, wenngleich nur im Einklang mit den anderen Rassemerkmalen.

 

Die Nelke liegt fest auf der breiten und flachen Stirn auf. Der Nelkenmittelpunkt muss zwischen den Augen liegen, damit die Stirn gut abgedeckt wird und dadurch flach erscheint. Die Nelke soll federreich und groß sein und eine ovale Form bilden. Genügend Unterbau ist nötig, um eine ausreichende Sichtfreiheit zu gewährleisten. Sie soll möglichst weit vorne mit etwas Abstand zum Schnabel enden. Die Schnabelwarzen müssen gut abgedeckt sein. Vorteilhafter sind gerade ausgeprägte bzw. gewachsene Nelkenfedern. Kleine Korrekturen mit einer Nagelschere vor der Ausstellung sind nicht sichtbar erlaubt. Oberstes Gebot im Zusammenhang mit der Nelke ist die Sichtfreiheit.

 

Die Haube soll aufrecht stehend, breit und gut gefüllt sei. Dies setzt aber wieder einen kräftigen Hals und eine breite und flache Stirnpartie voraus. Die Hauben dürfen nicht sichtbar geputzt werden, deshalb benötigt die FTT eine feste Haubenfeder die zahlreich vorhanden sein müssen. Der Haubenauslauf sollte fein auf das Auge gezogen und fest in der Feder sein. Dieser gezogene Auslauf darf nicht übertrieben werden, damit die Breite der Haube erhalten bleibt (siehe Kopfstudie der weißen Taube). Das Ende der Haube wird im Standard klar definiert. Nämlich durch den Augenrand. Dieser schmalen und möglichst unauffälligen Einfassung vom Auge kommt eine große Bedeutung in der Betrachtung des Kopfputzes zu. Die Haubenausläufe müssen ob messerscharf oder etwas breiter endend, wie bei dem weißen Tier, vor dem Auge enden und den Rand nicht mehr berühren oder gar durchbrechen. Eine Kimme ist das angestrebte Zuchtziel. Dadurch wirkt die Haube meist fester.

 

Die folgenden Skizzen sollen nochmals einige Informationen zu den Hauptrassemerkmalen geben und Hinweis und Wegweiser für die Zucht und Bewertung sein.

Tauben

1.0 Fränkische Trommeltaube weiß

Eine Kopfstudie mit typischen. eher männlichen Hauptrassemerkmalen:

  • breiter, flacher Kopf

  • feste Haubenfeder

  • breit angesetzte Haube auf das Auge zulaufend, aber mit einem breiten Haubenauslauf rechts und links, sodass die Haube noch wuchtiger erscheint

  • feste, federreiche und rundum geschlossene Nelke in der richtigen Länge mit fast flach ausgeprägten Federn

  • Haubenauslauf kurz vor dem Auge endend, mit der angestrebten Kimme.

0.1 Fränkische Trommeltaube rotfahl

Eine Kopfstudie mit typischen leicht femininen  Hauptrassemerkmalen:

  • breiter, flacher Kopf

  • feste Haubenfeder

  • scharfe, auf das Auge zulaufende Haube

  • hochfeine, feste, federreiche und rundum geschlossene Nelke

  • die angestrebte Kimme ist deutlich zu sehen

Zu den Rassemerkmalen gehört auch der Augenrand

Der Rand sollte bei allen FTT möglichst zart und schmal, je schmäler und unauffälliger umso besser, sein. Die Betonung liegt auf unauffällig, denn über eine Farbe gibt es ja viele Meinungen. Auch wenn man eine Taube in die Hand nimmt, sollte der Augenrand noch gut eingefasst bleiben. Unerwünscht ist bei allen Farbenschlägen ein roter Augenrand, desgleichen bei den Dunklen bis Schwarzen, ein zu heller Augenrand.

 

Eine riesige Anzahl an Farbenschlägen ist vorhanden

Bei allen Typ- und Strukturmerkmalen soll nicht unerwähnt bleiben, dass die FTT sehr schöne Farben haben, es sind 52 Farbenschläge anerkannt. Jeder Taubenliebhaber kann die Erfüllung seiner Ideale an Farbe und Zeichnung finden. Neben dem persönlichen Geschmack spielen natürlich die Platzverhältnisse eine entscheidende Rolle. Bei Einfarbigen benötigt man nicht die große Anzahl an Zuchtpaaren, diese sind in der Regel sehr gut durchgezüchtet. Wenngleich die Anforderungen an den Typ höher gesetzt sind. Aufgrund der Ausfälle im Zeichnungsbild benötigt man bei den gezeichneten Varianten eine größere Zuchtbasis um eine Kollektion auf einer Ausstellung präsentieren zu können. Wenngleich auch bei den Einfarbigen die Farbanforderungen nicht zu unterschätzen sind, rangiert doch die Farbe und Zeichnung immer an letzter Stelle in der Bewertungsreihenfolge im Standard.

 

Unsere Züchter haben es aber schon immer verstanden, alle Rassemerkmale, auch die Farbe einer FTT, auf hohem Niveau zu kombinieren.

 

Einfarbige gibt es in Weiß, Schwarz, Rot, Gelb, Blau ohne oder mit schwarzen Binden, Blaugehämmert, Blaufahl ohne und mit dunklen Binden, Rotfahl, Gelbfahl, Rotfahl-, Gelbfahl- und Blaufahl-gehämmert, Mehllicht ohne oder mit dunklen Binden, Gelerchte, Erbsgelbe und Blauschimmel mit schwarzen Binden. Der Zuchtstand variiert natürlich und ist oft von der Anzahl der Züchter abhängig.

 

Bei den bindigen Farbenschlägen sind aufgrund des gut entwickelten, doch nicht zu straffen Gefieders keine ,,Farbentaubenbinden’’ zu erwarten. Hier liegt auch nicht die Priorität in der Bewertung. Dennoch sollte in der Zucht auf getrennte Flügelbinden, die nicht zu breit werden, geachtet werden.

 

Die aparten Mehllichten (mit und ohne Binden) und Gelerchten fallen mit ihrem ockerfarbigen Vorderhals auf dem zarten pastellfarbenen Grund besonders ins Auge. In den früheren Jahren hießen sie Silber, wie auch die Coburger Lerchen.

 

Der erbsgelbe Farbenschlag ist ein Trommeltaubenfarbenschlag. Auf elfenbeinfarbigen Grund erstreckt sich eine leuchtende gelbe Halsfarbe bis etwa zum Brustbein mit ebenso deutlich gelben Flügelbinden. Er ist der jüngste anerkannte Farbenschlag. Ab 1981 erzüchtete ihn Wolfgang Knüpper aus Ratingen in Westfahlen. Die Anerkennung erfolgte 1984 in Verden an der Aller auf der 33. Deutschen Rassetaubenschau.

 

Bei dem attraktiven Farbenschlag blauschimmel mit schwarzen Binden trifft man gelegentlich schon auf Tiere, die ihre gleichmäßige Zeichnung (Schimmelung) über den ganzen Körper verteilt aufweisen. Die ideale Schimmelfarbe sieht aus, wie ein mit Raureif überzogenes Blau. Etwas heller oder dunkler spiel dabei keine Rolle. Einfarbige Federn in weiß oder blau oder Rosteinlagerungen, vor allem in den Binden, sind fehlerhaft.

 

Eine enge Verwandtschaft besteht bei den Muselköpfigen in schwarz mit und ohne Flügelrose, Getigerten und Gescheckten. Bei Getigerten muss das Schwanzgefieder vollkommen farbig sein. Gescheckte müssen weiße Federn in Schwingen und Schwanz zeigen. Die drei Zeichnungsvarianten sind auch in Blau, Rot und Gelb anerkannt. Sie kommen aber leider, wenn überhaupt, nur als Einzeltiere vor, eigentlich sehr schade.

 

Ein Besonderer Reiz geht von den Weißschildern aus. Sie stellen an ihre Züchter aller höchste Ansprüche in Bezug der Zuchtschwierigkeiten. Anerkannt sind sie in Schwarz, Rot und Gelb. Wobei die Schwarzen noch viel seltener sind als die beiden anderen. Mit der systematischen Erzüchtung begann 1946 Ernst Funke aus Weilimdorf (ein Stadtbezirk im Nordwesten von Stuttgart). Er nannte seine Tiere „Stuttgarter Trommeltauben“. Da diese Tiere aber zweifelsohne dem Typ der Fränkischen Trommeltauben entsprachen, wurde auf Intervention des SV der Züchter Fränkischer Trommeltauben diese Züchtung dann als ,,Fränkische Trommeltaube, weißschildig’’, bezeichnet und auch 1950 in den Standard aufgenommen.

 

Die geherzten und gedeckten Farbenschläge, in der Musterbeschreibung von 1926 als gescheckt bezeichnet, haben eine zeichnerische Nähe zu den Nürnberger und Fränkischen Bagdetten. Sie sind in Schwarz, Rot, Gelb, Blaugehämmert, Mehllicht und Blaufahl-gehämmert anerkannt. Die farbige Bäckchenzeichnung erweist sich oft als Hindernis für eine korrekte Augenfarbe. Die Geherzten und Gedeckten sind hoch interessante Farbenschläge, die von den Züchtern sehr viel abverlangen. Es ist unseren Züchtern hoch anzurechnen, dass sie diesen beiden Zeichnungsvarianten, oft über Jahrzehnten hinweg, die Treue halten. Dies ist auch für die Zukunft wünschenswert. Im Zusammenhang mit den FTT kann man bei den Geherzten und Gedeckten mit ruhigem Gewissen von einem ,,Alten Kulturgut’’ sprechen. Im Standard steht: An den Anforderungen für eine ideale Zeichnung soll bei der Bewertung nicht zu eng festgehalten werden.

Tauben

Die FTT im Wandel der Zeit

Die FTT hat sich in laufe der Zeit verändert. Geblieben ist das Bestreben, eine wirtschaftliche Taube mit breiter Brust zu züchten. Die Kopfpunkte haben den wohl größten Schub gemacht. Die kleine Nelke zu Anfangszeiten und die struppige Haube von denen in alten Aufzeichnungen immer die Rede ist, gehören längst der Vergangenheit. Im Gegenteil, andere Rassen bedienen sich bei unseren FTT, um sich Tiere zum Einkreuzen zu sichern.

Schlussbetrachtung

Die FTT sind sehr zutraulich und lieben die Gesellschaft. Ihr freundliches und triebiges Wesen rundet den positiven Gesamteindruck ab. Auch ist sicherlich ihre Zuchtfreudigkeit ein wichtiges Kriterium für die Beliebtheit. Gesunde, vitale Tiere gefallen jedem Betrachter. Unsere FTT soll eine Nutztaubenrasse sein und bleiben und fühlen sich in allen Taubenschlägen wohl. Eine Haltung in einer Voliere ist aufgrund der Beutegreiferplage von Vorteil. Überrascht wäre der ein oder andere, würde er die Tauben im Freiflug sehen. Sie sind nämlich, entgegen der Meinung vieler, noch gute Flieger, vorausgesetzt, sie vorsichtig oder mit erfahrenen Tauben eingeflogen. In Bezug auf die Inneneinrichtung des Taubenschlags sind sie anspruchslos. Kleine und versteckte Nistzellen ziehen sie manchmal magisch an. Meist schlüpft die nächste Brut, wenn die vorherige ausfliegt. Ein Anfüttern der Jungtiere in der Nistzelle ist von Vorteil, da das selbstständige Körnerpicken so schneller erlernt wird und das Absetzen problemlos vonstatten geht. Bei der Nestkontrolle sind sie sehr umgänglich und im Aufzuchtver-halten zuverlässig. 

 

Wer Freude an einer attraktiven, vitalen, einmaligen und in einer Vielzahl an Farben vorhandenen Fränkischen Heimatrasse hat, ob Neueinsteiger oder alter Hasen in der Rassetaubenzucht, der findet in ihr eine ideale Wegbegleiterin. Und nebenbei erhält er noch täglich das eine oder andere Konzert gratis dazu.

 

Sonderverein

Unser Sonderverein besteht aus rund 110 Mitgliedern, die sich mit fast allen zugelassenen Farbvarianten züchterisch beschäftigen.

 

Auf unseren Hauptsonderschauen sind in der Regel um die 500 FTT anzutreffen. Hier sind fast alle Farb- und Zeichnungsvarianten in überdurchschnittlicher Qualität anzutreffen. Es findet auch ein reger Austausch an Zuchttieren statt.

 

Sonderschauen werden alljährlich der Nationalen Bundessiegerschau, der VDT-Schau, Landesschauen, der oberfränkischen Bezirksgeflügelschau und der Taubenschau im Thüringischen Viernau angeschlossen.

 

In der Frühjahrsversammlung, die gleichzeitig als JHV dient, wird das zurückliegende Zucht- und Ausstellungsjahr betrachtet.

 

Im Rahmen der Herbstversammlung stehen die Jungtiere im Mittelpunkt. Zur Jungtierbesprechung werden zwischen 60 und 80 Tauben von unseren SR bewertet. Alljährlich im Wechsel wird ein Farbenschlag oder eine Zeichnungsvariante ausführlich besprochen. Als Abschluss werden die begehrten Titel - Bestes Jungtier - vergeben. Eine Veranstaltung zur Orientierung und Information unserer Mitglieder. Interessierte Preisrichter und Gäste sind jederzeit herzlich willkommen.

 

Alle Liebhaber der FTT sind eingeladen, in diesem Jahr mit uns das 100-jährige Bestehen des SV zu feiern. Auf der Nationalen Bundessiegerschau in Leipzig wird die Goldene Taube des HK Verlages auf FTT vergeben. Die Hauptsonderschau im Jubiläumsjahr findet am 14./15. Dezember 2024 in Stammbach statt. Wir erwarten hier ein tolles Meldeergebnis.

 

Kontakt

Sonderverein der Züchter Fränkischer Trommeltauben gegr. 1924

1. Vorsitzender: Thomas Gutmann

 

Laubenzedel 120

91710 Gunzenhausen

 

Tel.: (09831) 619198

E-Mail:

Internet: www.fraenkische-trommeltauben.de